Mit optimalem Teamwork zu optimalen Ergebnissen

Umfangreiche elektrische Modernisierung sichert Anlagenverfügbarkeit

Mit Weyerhaeuser betreibt eines der weltweit größten Forstwirtschaftsunternehmen ein MDF-Werk in Columbia Falls, Montana. Seit 20 Jahren verrichtet dort eine Siempelkamp-ContiRoll® ihre Arbeit.

Bilder: neue Schaltschränke in der Fertigung bei Siempelkamp Krefeld (ATR)

Grundsätzlich laufen alle Siempelkamp-Pressen über viele Jahrzehnte hinweg zuverlässig. Allerdings setzt das eine funktionierende Elektronik voraus: Der Gigant aus Stahl und Eisen arbeitet auf Basis eines komplexen Automatisierungssystems. Das besteht aus programmierbaren Steuerungen, dem zentralen Leitsystem und einer Vielzahl von elektrischen Sensoren und Aktuatoren sowie einem elektrischen Antriebsverbund aus Servomotoren. Im Gegensatz zur Mechanik haben diese elektrischen Systeme nur eine Lebensdauer von ca. 15 bis 20 Jahren. Danach sind die Komponenten überaltert, laufen nicht mehr stabil und Ausfälle häufen sich. Aufgrund der schnellen Entwicklungszyklen in der Automatisierungstechnik entsprechen ausgelieferte Systeme außerdem relativ schnell nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Da ein Austausch einzelner Komponenten jedoch oft an inkompatiblen Schnittstellen scheitert, ist ein umfassendes Konzept für die Modernisierung der elektrischen Systeme erforderlich.

Der Zeitplan: Wiederanlauf an Tag 17

2018 wurde dieses Thema bei Weyerhaeuser akut. Gemeinsam mit den Siempelkamp-Experten analysierten die Fachleute des Unternehmens das Gesamtsystem der Presse. Das Ergebnis: Nur ein umfangreiches Upgrade wird die Effizienz der Produktion und die Verfügbarkeit sicherstellen. Dafür musste die gesamte Hard- und Software der Leittechnik und der Maschinensteuerungen sowie die komplette elektrische Antriebstechnik für die Servomotoren ausgetauscht werden.

Für die SLS sind umfangreiche Projekte Standard, jährlich modernisiert der Siempelkamp-Servicespezialist mehrere Anlagen weltweit in einem Schritt. Für das Personal von Weyerhaeuser im Werk Columbia Falls war es jedoch ein außergewöhnliches Projekt. Insbesondere der Stillstand sollte möglichst kurz gehalten werden, um die Produktion nicht länger als nötig einzuschränken. Auf Grundlage der Erfahrungen aus ähnlichen SLS-Umbauten erstellten die Projektverantwortlichen beider Unternehmen einen Zeitplan. Das Ziel: Wiederanlauf an Tag 17.

Alle Meilensteine erreicht

Bedingung für einen solch straffen Zeitplan ist die detaillierte Vorbereitung sämtlicher Aufgaben und ein funktionierendes Teamwork. Dafür stellte Weyerhaeuser frühzeitig ein eigenes Projektteam unter der Leitung von Kyle Cram zusammen. Meilensteine wurden vereinbart, um den Projektfortschritt zu kontrollieren. Dazu zählte beispielsweise das Prüfen der Stromlaufpläne, bevor die Schaltschränke bei Siempelkamp gefertigt wurden. Nach deren Fertigstellung reiste das gesamte Projektteam nach Krefeld, um bei Siempelkamp eine Werksabnahme vorzunehmen. Zusätzlich testete das Team auch die neu erstellte Software für die Maschinen- und Antriebsteuerung und die für die Visualisierung. Einige Herausforderungen zeigten sich erst beim Zusammenspiel der verschiedenen Softwarekomponenten und konnten gemeinsam gelöst werden. Am Ende war das Projektteam von Weyerhaeuser zuversichtlich, dass der Umbau in der geplanten Zeit erfolgreich abzuwickeln sein werde.

Nach dem Versand der Schaltschränke begann der Umbau: Die Anlage wurde abgeschaltet, die nicht mehr verwendbaren Schaltschränke demontiert, die verbleibenden modernisiert und die neuen aufgebaut. Innerhalb von vier Tagen mit 24-Stunden-Schichtbetrieb hatte das Team diese Aufgaben termingerecht erledigt. Anschließend nahm es unter anderem das Ethernet-Netzwerk, die neuen Softwaremodule für die Visualisierung, die Rezepturdatenbank und die Siempelkamp-Analysesoftware DAHMOS in Betrieb. Für die Antriebsspezialisten standen der E/A-Check der neuen Antriebsschaltschränke, der Funktionstest jedes einzelnen Antriebs und die Schnittstelle der Antriebssoftware für die Maschinensteuerung auf dem Programm. Die letzte Phase der Inbetriebnahme bestand aus den Funktionsprüfungen des Egalisators und der Regelkreise für Heizung, Schmierung, Bandregelung und Vorpresse.

Alle Teilschritte wurden planmäßig und ohne Verzögerungen abgearbeitet, die maßgeblichen Meilensteine erreicht. Und auch die Produktionsaufnahme selbst war eine Punktlandung. So konnte der komplette Umbau abschließend von den Projektverantwortlichen bei Weyerhaeuser und SLS anstandslos abgenommen werden. Nach diesem umfangreichen Upgrade ist für die ContiRoll® die Verfügbarkeit von elektrischen Ersatzteilen und der Service im Bereich Automatisierung für die nächsten Jahre gesichert. Einmal mehr der Schlüssel zum Projekterfolg: das reibungslose Hand-in-Hand zwischen allen Beteiligten.

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Siempelkamp-Magazin
02 / 2019

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