Prod-IQ® für SMARTPLY, umfangreich wie nie zuvor

Update der Leittechnik
Alle Anlagendaten auf einen Blick

Seit 2016 läuft die ContiRoll® des OSB-Plattenherstellers SMARTPLY mit Sitz in Waterford, Irland. Wie bei jeder Siempelkamp-Neuanlage, so ist auch bei dieser 45,4 m langen 9ft.-Presse Prod-IQ.basics für die Rohplattenproduktion vorinstalliert, das Basismodul unseres Leittechniksystems Prod-IQ®. 2021 entschied sich SMARTPLY für eine Ausweitung des Systems auf die gesamte Anlage – insofern eine Premiere für uns, als Prod-IQ® im Bereich der Produktdatenauswertung für SMARTPLY so viele Anlagenbereiche wie bei keinem anderen unserer Kunden abdeckt. Und ein weiteres Beispiel für herausragende Zusammenarbeit, die auch remote zum Erfolg führt.

Das Modernisierungskonzept
Von Anfang auf Zukunft ausgelegt

Eine Schnittstelle von der Rohplattenproduktion zum kundeneigenen ERP-System SysPro war bereits 2016 Bestandteil des Systems. Zudem orderte SMARTPLY kurz nach der Inbetriebnahme zusätzlich drei Prod-IQ®-Visu-Lizenzen für das Management. Um den SMARTPLY-Teams eine vernetzte Sicht auf die Anlagenleistung zu ermöglichen und die Prozesse effizienter zu gestalten, entschied sich die Geschäftsführung für ein Update des Systems. Um für diese Erweiterung optimal gerüstet zu sein, stellte die SMARTPLY-IT in Zusammenarbeit mit dem Leittechnik-Team der SLS vorab einen neuen, leistungsstarken virtuellen Server bereit.

Der Umfang des Nachfolgeprojekts:

  • Ausweitung der Prozessdatenerfassung auf die vier weiteren Anlagenteile Hacker / Strander, Aufteilanlage (CTS), Nut- und Feder-Anlage sowie Laminierung
  • Integration des Downtime-Managements für jeden Anlagenteil
  • Produktionsdatenauswertung in Form von Schichtberichten und Visualisierungsmodulen
  • Aktualisierung aller Prod-IQ®-Module und Schnittstellen auf die neueste Version
  • 10 weitere Visu-Lizenzen (5 für Office-PCs, 5 für die Bedienstation auf einem RDS-Remoteserver)

Ferner setzt das Unternehmen nun auf eine MS-SQL-Datenbank. Diese ermöglicht einerseits eine einfachere Anbindung von kundenseitigen 3rd-Party-Tools an die Prod-IQ®-Datenbank und ist andererseits Voraussetzung für die aktuell sich in Entwicklung befindliche Dashboard-Web-App.

Darüber hinaus wurden bei der Konzeption des Updates künftige Erweiterungen direkt mit eingeplant, etwa die Verfeinerung der Materialflussverfolgung und Anbindung des Laborsystems als Vorbereitung für die Option Prod-IQ.quality. Der nächste folgerichtige Schritt von SMARTPLY ist der Abschluss eines Softwarepflegevertrags mit der SLS über die kontinuierliche Betreuung des Systems. Weiter besteht die Möglichkeit, die ERP Schnittstelle auf die zusätzlichen Anlagenteile auszudehnen.

Der Ablauf
Vorbildlich strukturiertes Teamwork

Das Projekt wurde von beiden Teams in enger Abstimmung geplant und umgesetzt. Dass jede der vier zusätzlichen Anlagen nacheinander in Betrieb gesetzt wurde, bewährte sich dabei insbesondere – und zwar schon beim ersten Anlagenteil, der Nut- und Feder-Anlage, weil die wegen veralteter Steuerungstechnik mit ModBus-Protokoll-Anbindung gleich eine erste Herausforderung war. Eigentlich kein Problem für Prod-IQ®, schließlich unterstützt das System mit Hilfe eines geeigneten OPC-Servers (hier Tani OPC) alle gängigen Steuerungen und Protokolle, selbst ältere. Nach einer kurzen Testphase wurde jedoch festgestellt, dass sich in der Steuerung selbst Schwächen versteckten, zum Beispiel eine Limitierung der Plattenzählung je Auftrag bis max. 10.000 Stück. Um nicht zu viel Zeit in eine auslaufende Technologie zu investieren, reagierten die Elektriker von SMARTPLY schnell und brachten die Daten in einer neueren Allen-Bradley-Steuerung unter. Das und die weiteren notwendigen Anpassungen, etwa die Einführung einer Auswahlmaske für Produktcodes, wurden zu „Lessons learned“, von denen wiederum die nachfolgenden Maßnahmen profitierten. Dazu trug auch die gute und agile Zusammenarbeit der beiden Projektteams bei, die schnell praktikable Lösungen entwickeln konnten.

Das Ergebnis
Alles zur Zufriedenheit des Kunden

Das Projekt konnte durch optimales Projektmanagement und Teamwork zwischen der SLS und SMARTPLY so realisiert werden, wie unser Kunde es sich gewünscht hatte. Das machte den Umstand wett, dass unser Team nicht nach Irland reisen konnte, um sich vor Ort ein Bild vom Projekt zu machen. Für den Projekterfolg sorgte auch, dass alle Leistungen und Schulungen im Rahmen der Inbetriebnahme remote über Siempelkamps Symmedia-Zugang und über MS Teams erfolgen konnten. Die unterschiedlichen Anlagenteile und die vielen zu installierenden Client-Stationen konnten so auch über die Distanz hinweg und mit kurzen Reaktionszeiten upgedatet werden. Durch zusätzlich ein bis zwei wöchentliche Statusmeetings konnte dieses Projekt insgesamt zielstrebig abgeschlossen werden, wobei es den vorgesehenen Kostenrahmen sogar unterschritt.

Interview
7 Fragen, 7 Antworten

Im Gespräch mit dem SMARTPLY-Projektteam

Aus welchem Grund haben Sie sich dafür entschieden, in die Aktualisierung und Erweiterung von Prod-IQ® zu investieren, und was waren Ihre Hauptziele?
„SMARTPLY befindet sich auf einer Operations-Excellence-Reise und investieren, um ein intelligenteres und effizienteres OSB-Werk zu werden. Da wir Prod-IQ® bereits als Teil unserer kontinuierlichen Siempelkamp-Presse installiert hatten, machte es Sinn, es auch auf den Rest unserer Produktionsbereiche auszuweiten. Außerdem enthält Prod-IQ® die Funktionen, die wir brauchten, um die Berichterstattung und die Analyse von Schlüsselprozessen besser zu automatisieren. Unsere Ziele bei diesem Projekt waren, unseren Teams eine vernetzte Sicht auf den Betrieb und die Leistung der Anlage zu ermöglichen. Außerdem wollten wir sicherstellen, dass sich unsere Operator schnell auf die neue Art der Datenerfassung einlassen und sich darauf konzentrieren, unsere Prozesse effizienter und schlanker zu gestalten.”

Mit welchen Herausforderungen waren Sie konfrontiert und was ist aus Ihrer Sicht besonders gut gelaufen?
„Die Pandemie war zweifellos eine der größten Herausforderungen für uns während dieses Projekts. Normalerweise würde die Inbetriebnahme vor Ort im Laufe von zwei Wochen erfolgen. In diesem Fall mussten wir jedoch fast alles aus der Ferne erledigen. Dies erforderte eine Menge Vorplanung und Arbeit, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Die SLS versicherte uns, dass wir die Inbetriebnahme auch aus der Ferne durchführen könnten. Wir etablierten einen wöchentlichen Rhythmus zwischen dem SLS-Projektteam und unseren Ingenieuren. Letztlich erwies sich dies als eine effektive Methode, um das Projekt abzuschließen und die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Insgesamt ist dieses Projekt also sehr gut gelaufen. Vor allem die Teamarbeit zwischen SMARTPLY und der SLS hat dazu beigetragen, dass es ein erfolgreiches und angenehmes Unterfangen war. Die Kombination aus unserem Prozesswissens und der Prod-IQ®-Expertise der SLS führte zu einer runden Lösung.”

Wie zufrieden sind Sie mit Prod-IQ® im Allgemeinen? Was sagen die Anwender bisher?
„Insgesamt sind wir mit Prod-IQ® sehr zufrieden. Das Produkt ermöglicht es uns, unsere Datenerfassung und Produktionsaufzeichnung zu automatisieren und zu vereinfachen. Das wiederum setzt Ressourcen frei, um sich auf die Problemlösung und die kontinuierliche Prozessverbesserung zu konzentrieren. Anfangs sind die Endbenutzer bei der Umstellung auf die neue Software zwar noch etwas zurückhaltend gewesen. Es war ja alles neu für sie und eine große Umstellung. Sobald sie jedoch geschult waren und mit der Nutzung der Prod-IQ®-Software begonnen haben, haben sie gesehen, wie benutzerfreundlich und wie einfach zu bedienen sie ist. Außerdem haben sie bald festgestellt, dass sie weniger Zeit mit der Aktualisierung von Produktionsblättern und mehr Zeit mit der Konzentration auf den Produktionsprozess verbringen können. Das bisherige Feedback ist also sehr positiv.”

Was ist aus Ihrer Sicht der Hauptvorteil von Prod-IQ®?
„Prod-IQ® hat wichtige Teile von SMARTPLYs Operations-Excellence-Reise ermöglicht. Die analytischen und diagnostischen Fähigkeiten von Prod-IQ® helfen uns, weniger Zeit mit der Frage zu verbringen, was schief gelaufen ist, und mehr Zeit mit der Frage, wie wir es besser machen können. Die Integration in unsere bereits vorhandenen Datenbanken und Steuerungen verlief nahezu nahtlos, was eine schnelle und effiziente Inbetriebnahme ermöglichte.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit der SLS bei diesem Projekt?
„Die Kooperation mit Siempelkamp ist hervorragend gelaufen. Wenn wir auf Hindernisse stießen, war das SLS-Team in der Lage, innerhalb weniger Tage eine Lösung auszuarbeiten und uns zu präsentieren. Wir haben dann schnell getestet und unseren Plan auf der Grundlage von Echtzeitdaten aus den Produktionsbereichen aktualisiert. Das SMARTPLY-Team ist während des gesamten Projekts sehr motiviert gewesen.”

Was würden Sie jemandem raten, der eine Investition in Prod-IQ® erwägt?
„Jemandem, der in Prod-IQ® investieren möchte, würden wir raten, seine Hausaufgaben zu machen. Versuchen Sie, den vollen Funktionsumfang zu verstehen und herauszufinden, was Sie von jedem Bereich der Anlage erwarten. Außerdem sollten Sie sich in der Projektplanungsphase viel Zeit nehmen. Bei SMARTPLY haben wir das getan und es hat geholfen, das Projekt ohne größere Hindernisse durchzuführen.”

Wie würden Sie dieses Projekt in einem Satz zusammenfassen und wie geht es jetzt weiter?
„Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, wie man mit dem Fachwissen und der Zusammenarbeit von Remote-Teams ein erfolgreiches Projekt durchführen und dabei viel lernen kann. SMARTPLY hat die Vision, die am besten funktionierende OSB-Anlage der Welt zu werden, und wir werden weiterhin mit der SLS und Siempelkamp zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.”